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Wer ist eigentlich auf die schwachsinnige Idee gekommen, Schließfächer mit 1-Euro Münzen zu betreiben? Ich meine, ganz ehrlich, was soll das?

Wir alle kennen diese Schließfächer, die nach Schwimmbadgarderobe aussehen und deren Schlösser mit Münzen betrieben sind. Man wirft eine 1-Euro Münze rein und kann dann den Schrank abschliessen. Tolle Sache, wenn man nicht näher drüber nachdenkt, wenn man nicht jeden Tag einen solchen Schrank benutzen muß. Denn die Krux an der Sache ist, daß man nicht immer eine 1-Euro Münze dabei hat! Tja, und das hat dann zur Folge, daß man wie ein Depp wildfremde Menschen anspricht: Haste ma n Euro? Kannste bitte ma wechseln?

Und da fragen wir uns also alle: Wer ist eigentlich auf die schwachsinnige Idee gekommen, Schließfächer mit 1-Euro Münzen zu betreiben?

Zum Glück gibt es in der Stabi ja einen Wechselautomaten für genau diesen Fall. Der Automat ist wirklich klasse, denn a) ist er meistens kaputt und b) wenn er nicht kaputt ist wechselt er keine Scheine. Dafür ist er nicht ausgestattet! Die Umrüstung auf Euros wäre zu teuer gewesen, so die Stabiadministration auf einem ihrer zahlreichen Zettel, die alle ordnungsgerecht datiert und unterschrieben sind!

Herrje, seufzen wir: Wer ist eigentlich auf die schwachsinnige Idee gekommen, Schließfächer mit 1-Euro Münzen zu betreiben?

Naja, da bleiben ja zum Glück noch die Garderoben, an denen man die Taschen und Mäntel abgeben kann. Irgendwann möchte man ja auch noch mit der Arbeit anfangen… Aber halt! Auch hier geht nichts, denn Taschen mit Laptops oder schweren Büchern darf man da nicht (oder nur sehr sehr ungern und ausnahmsweise!) abgeben.

Man fragt sich also nicht nur jeden Tag, wer eigentlich auf die schwachsinnige Idee gekommen ist, Schließfächer mit 1-Euro Münzen zu betreiben, nein, man fragt sich nach einigen Tagen sicherlich auch, was diese Schikane mit den 1-Euro Münzen eigentlich soll!

Soll uns das Pfand dazu bewegen, den Inhalt der Fächer auch wirklich jeden Abend wieder mit nach Hause zu nehmen? Oder soll es die Benutzer der Staatsbibliothek zu Berlin davon abhalten die Schlüssel spaßeshalber einfach mitzunehmen? Das wird es wohl sein! C4 Professoren, Doktoranden, Magistranden, Medizinstudentinnen, ausländische Forscher, einfache Studis, Omas und Opas, die Ahnenforschung betreiben, haben alle nur eins im Sinn:

Der Staatsbibliothek zu Berlin die Schlüssel der Schließfächer zu klauen!

11 comments so far

  1. […] Besonders toll ist ja bei den Schließfächern in der Staatsbibliothek zu Berlin, daß auf den Schlüsseln keine Schranknummern stehen! Das ist praktisch, denn so weiß man am Ende eines anstrengenden Forschungstages nicht mehr, wo man eigentlich seine Sachen und die 1-Euro Münze abholen kann. Die Stabi hat sich das ganz klug ausgedacht, denn so kann sie sowohl den Finderlohn für meine Sachen, als auch die 1-Euro Münze aus dem Schrank einheimsen! A propos 1-Euro Münze: Wer ist eigentlich auf die schwachsinnige Idee gekommen, Schließfächer mit 1-Euro Münzen zu betreiben? […]

  2. library mistress on

    Da gibt in Wien eine nette Lösung – man leiht sich den Garderobenschlüssel bei der Ausleihe aus, er hat einen Barcode wie ein Buch und muss am selben Tag zurückgegeben werden. Glaubt meiner Erfahrung, eine völlige Freigabe ist nicht so sinnvoll – die Leute lagern ewig irgendwelches Zeug drinnen, und es gibt dann nie freie Kästen, was auch nicht so toll ist.

    eine Frage bleibt aber auch hier: wieso bekomm ich immer den Schlüssel zum Garderobekasten, der am weitesten vom Bibliothekseingang entfernt ist? ;-)

  3. Archivar on

    das klingt nach einer guten Lösung! Ach wie gerne würde ich einmal in der ÖNB arbeiten! Auf jeden Fall danke für den Hinweis!

  4. Philograph on

    mmh, obwohl ich das Probelm mit der 1-Euro-Münze kenne, stellt sich die Frage nach den Alternativen… die TU Bibliothek im neuen „Volkswagen-Haus“ hat sich da z.B. was ganz feines ausgedacht: man gibt ein vierstelligen Zahlencode ein (den man sich ebenso wie die Nummer des Schranfachs – denn einen Schlüssel gibt es ja nicht mehr – merken muss. Um wieder an seine Sachen zu gelangen gibt man dann einfach den Zahlencode ein – in der Theorie jedenfalls, aber wehe wenn dann irgendwas nicht klappt. Zwar, das sei nicht verschwiegen, scheint es durchaus Benutzer zu geben die mit dem System klarkommen, meine eigenen Tests führten jedoch dazu, dass ich in der Hälfte der Fälle mein Fach nicht mehr öffnen konnte. Jetzt benutze ich wieder die (an entlegener Stelle noch vorhandenen) Schließfächer mit Pfandmünze, obwohl man die darzu notwendigen 2-Euro-Münzen (!) vermutlich noch seltener zur Hand hat.

    In der Stabi kann man Garderobe & Taschen ja übrigens auch beim mehr oder weniger freundlichen Garderobenpersonal hinterlegen (was im Haus Unter den Linden wegen der zu geringen Größe der Fächer bei Mänteln oder Taschen/Rucksäcken über dem Aktentaschenformat ohnehin erforderlich ist.

  5. library mistress on

    @ Archivar – nein, ich habe in diesem Fall nicht von der ÖNB geredet, sondern von der Germanistikbibliothek der Uni Wien.

    Im Normalfall sollte man auf Kleingeld doch auch beim Bibliotheksschalter wechseln können, oder?

  6. Archivar on

    Der Bibliotheksschalter verweist immer auf den Wechselautomaten, der allerdings keine Scheine wechselt…

  7. Johann Strauß on

    OK, nehmen wir zur Abwechslung mal 2-Euro Münzen!

  8. Settembrini on

    Ich nehme immer Einkaufswagenmarken. Die hat man doch eh immer dabei.

  9. incognito on

    Hmm, mir ist es wirklich schonmal passiert, dass ich den Schlüssel mitgenommen habe. Im Sommer nämlich, wenn man keine Jacken et., sondern lediglich ein Harzkäsebrot ;-), eine Seltersflasche und eine Banane im Fach verstaut – was man beim Rausgehen dann nicht vermisst. Als ich am nächsten Tag schuldbewusst zu „meinem“ Fach schlich, war das Schloss schon herausgebaut. In der Deutschen Bücherei in Leipzig gibt es da eine gute Lösung: ein offenes Regal für Lebensmittel.

  10. Inside on

    Auch in der Staatsbibliothek gibt es solche „offenen“ Fächer. Diese kann man sogar mit einem selbst mitgebrachten Schloß verschließen. Diese befinden sich im Bereich der Garderobe und sind eben nur für Lebensmittel gedacht.

  11. Lamie Würstof on

    Unglaublich dass sowas wirklich wahr ist


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