Ausweiskontrolle!

Möchte man in der Staatsbibliothek zu Berlin den Lesesaal betreten, so muss man sich ausweisen, mit dem Bibliotheksausweis natürlich. Kann man so nachweisen, dass man berechtigt ist die Bibliothek zu benutzen, stellen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Eingangskontrolle eine Art Passierschein aus (Nicht verlieren!!!). Auf diesem Kontrollzettel wird fein säuberlich vermerkt, wieviele Bücher man in den Lesesaal einführen möchte. Dabei wird unterschieden zwischen eigenen Büchern und Bänden der Staatsbibliothek. Alles hat hier seine Ordnung. Auch für den Fall, dass ein Benutzer mehr als einen Laptop mitbringen möchte ist gesorgt, denn auf dem Passierschein gibt es ein kleines Kästchen, in das sich die Anzahl der mitgebrachten Computer eintragen läßt.

Toll, wie die Stabi an alles denkt!

Möchte man dann nach längerer Arbeit an der Diss endlich den Lesesaal verlassen, so begibt man sich zum Ausgang und zeigt wiederum den Passierschein und den Bibliotheksausweis vor. Ja, Sie lesen richtig, auch den Bibliotheksausweis … auch beim rausgehen … Regel ist Regel … so sind die Vorschriften… Also fischt man, während man versucht einen (oder zwei?) Laptops und ca. 7 Bücher mit der einen Hand zu balancieren, mit der freien Hand den Bibliotheksausweis aus dem Portemonnaie, um ihn dem nicht sonderlich interessierten Ausgangskontrolleur zu zeigen. Auf die Frage, warum man beim Verlassen den Bibliotheksausweis zeigen muss, erklärt der sichtlich genervte Mitarbeiter, dass die Bibliotheksleitung sicher gehen möchte man habe den Ausweis nicht am Arbeitsplatz liegen gelassen. So sei gewährleistet, dass man nach der verdienten Pause den Lesesaal wieder betreten könne!

Toll, wie die Stabi an alles denkt!!!!

Man wünscht sich manchmal, dass die Benutzungsabteilung der Stabi auch bei anderen potentiellen Problemen den Benutzern so tatkräftig und kompetent zur Seite stehen würde. Dass die Staatsbibliothek sich gerade bei der Ausgangskontrolle so stark als Dienstleister profiliert verdient unser aller Respekt. Leider kommen nicht alle Benutzer in den Genuß dieses Services. So wird man beispielsweise als frisch rasierter Krawatten- oder Anzugträger nie an den Bibliotheksausweis erinnert, und auch Professoren und sonstige älter aussehende Kollegen müssen selbst an ihren Ausweis denken. Diese armen Teufel stehen dann zu Scharen vor der Einlasskontrolle und können sich nicht ausweisen.

9 comments so far

  1. library mistress on

    *schmunzel* da komm ich als Bibliothekarin ja auf lustige Ideen für „meine“ Bibliothek…

    hab dieses Blog heute entdeckt und habe alle Einträge bisher gerne gelesen – hoffe nur, dass ein ähnliches nicht über die Bibliothek, in der ich arbeite, existiert… ;-)

  2. Philograph on

    also viele Anmerkungen über den alltäglichen Wahnsinn in der Staatsbibliothek kann ich als langjähriger Nutzer ja aus ganzem Herzen bestätigen… Jedoch: ich kann mich nun wirklich nicht an einen einzigen Fall erinnern, demzufolge ich beim Verlassen der Bibliothek nochmals den Ausweis (nicht zu verwechseln mit dem Passierschein) vorzeigen musste – und das, obwohl ich wohl eher dem Typus „Schlecht-rasierter-Langzeitstudent“ als dem des Krawatten- oder Anzugträgers entsprechen dürfte ;)

  3. Archivar on

    Hallo Philograph,

    vielleicht arbeiten Sie im Haus unter den Linden? Da wird nicht nach dem Bibliotheksausweis gefragt. Diesen zusätzlichen Service geniest man nur im Haus am Potsdamer Platz.

  4. Philograph on

    ja, Sie haben schon recht. Ich arbeite vorwiegend Unter den Linden. Zuweilen (und immer häufiger!) ist man aber ja gezwungen, sich ins Haus am Potsdamer Platz zu begeben. Und da ist mir der beschriebene Fall noch nicht vorgekommen. allerdings neige ich auch dazu, die dezenten Hinweisschilder & die gestrengen Blicke des Personals einfach zu übersehen ;)

  5. Mysterious One on

    Kleiner Neujahrstip:
    Gelegentlich mal was ablegen!!
    Es geht!!!!!! Und man wird auch nicht gleich beklaut!!!!!
    Da wird der Stabiblues zur Stabilust!!
    Prost Neujahr!

  6. insider on

    Schon mal darüber nachgedacht, dass es findige Leser gibt, die ihren beim Einlass vorgezeigten Ausweis an draussen Wartende rausgeben? Genau das wird mit der Auslasskontrolle erschwert.

  7. Archivar on

    Sehr geehrter Insider:

    Das mag ja schon sein, doch frage ich mich, warum deshalb unbescholtene Benutzer drangsaliert werden? Wenn die Leitung der Benutzungsabteilung denkt, man müsse diesen parasitären Subjecten das Handwerk legen, dann bitte schön ohne die rechtschaffenen Leser noch mehr als es ohnehin schon geschieht in der Arbeit zu stören.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Ihr Archivar

  8. insider on

    Wer arbeitet denn bitte am Drehkreuz(ausser die Angestellten)?
    Leider sind auch die unbescholtenen Nutzer von den nicht ganz so korrekten(die andere Beschreibung lasse ich mal lieber) äußerlich nicht zweifelsfrei zu unterscheiden, daher die Notwendigkeit der Kontrolle.

  9. thefourdoves on

    Reblogged this on thefourdoves und kommentierte:
    I am so pleased to discover there is an entire site devoted to the Stabi’s insanity. I will have to use my rapdily emerging German skills, increasingly daily from all the celeb.de blogs I’m reading about Kate Middleton, to approximately translate some of these amazing gems. Just a quick little line, however, might be: „Wow, the Stabi thinks of everything!“


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: