Archive for Dezember 2006|Monthly archive page

Resonanz

An alle Stabiblues Hörer einen herzlichen Dank fürs Vorbeischauen! 1200 Besuche an nur einem Tag. Mit einer so starken Resonanz hätte ich beim besten Willen nicht gerechnet. Aber die Kommentare zeigen, daß sich in der Stabiwelt etwas bewegen könnte. Auf Zuspruch ist das Blog auch bei einigen Bibliothekaren der Stabi gestossen, was mich besonders freut, denn nichts läge mir ferner, als die geschätzten Informationsvermittler für die Situation verantwortlich machen zu wollen.

Einige interessante Themen, die in den Kommentaren diskutiert wurden und auch in naher Zukunft hier in den Artikeln wiederkehren werden sind: Personalmangel, längere Öffnungszeiten, schnellere Bereitstellung von Bänden, und Leitungsstrukturen.

Bleiben Sie also dabei und diskutieren sie eifrig mit. Um mit den Worten von library_man zu sprechen: machen wir Druck!

Ihr Archivar, signing off for 2006.

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Das Herz einer Bibliothek …

… sind die Bibliothekare. Um das ausgehende Jahr mit einer versöhnlichen Note enden zu lassen, steht an dieser Stelle ein riesen Lob an die Bibliothekare und Bibliothekarinnen der Staatsbibliothek zu Berlin. Ich treffe jeden Tag auf wahnsinnig kompetente und freundliche Bibliothekare, die ihren Job einfach nur saugut machen. Besonders gerne erninnere ich mich an den freundlichen Herrn X, der mir den originalen ARK zeigte, oder an die kompetenten Mitarbeiterinnen der Spezialabteilungen, die meiner Forschung entscheidende Impulse gegeben haben. Allen Bibliothekaren sei daher eine fröhliche Strophe in Dur des niemals endenden Stabiblues gewidmet.

Vorbilder

Vielleicht sollte sich die Leitung der Staatsbibliothek zu Berlin einmal ein paar Tage frei nehmen und nach Wien fahren. Dort könnte man die Österreichische Nationalbibliothek besuchen und mit der Leiterin Johanna Rachinger sprechen. Die hat in folgendem Beitrag auf oe1 unter anderem über kostenfreies WLAN und LAN in den Lesesäalen, digitalisierte Kataloge und weitere interessante Themen gesprochen.

Besten Dank an Infobib für den Hinweis!

Weihnachtszeit ist Lesezeit

… nicht jedoch für die Benutzer der Staatsbibliothek zu Berlin. Dass eine deutsche Bibliothek zwischen Weihnachten und Neujahr nur sporadisch öffnet, ist ja an sich nichts neues. Die geliebte Stabi schiesst jedoch wieder einmal den Vogel ab. Nicht nur, dass aus unerfindlichem Grund am 30. Dezember wissbegierige Leser vor verschlossenen Türen stehen werden, nein, am 27., 28. und 29. Dezember wird man sogar schon um 17 Uhr aus der Bibliothek geworfen! Damit aber nicht genug: Dreist als Serviceleistung getarnt wird grossspurig angegündig, dass das Bestellsystem der Bibliothek „während der Öffnungszeiten der Bibliothek in vollem Umfang zur Verfügung“ steht. (Siehe „Neues aus der Benutzung„) Wenn es nicht so traurig wäre, müsste man darüber eigentlich lachen, denn im Klartext bedeutet dies: Bücher bestellen können Sie außerhalb der reduzierten Öffnungszeiten überhaupt nicht, ätschibätsch.

Wieder einmal versagt die Benutzungsabteilung der Stabi kläglich, denn wann bestellt die ordinäre Stabi Benutzerin ihre Bücher? Doch nicht während sie in der Bibliothek sitzt und über alten Quellen brütet, sondern zu Hause, abends, bei einer Tasse Tee, vom eigenen Computer aus! Aber an die tapferen Benutzer denkt in der Administration der Staatsbibliothek zu Berlin sowieso niemand. Bücher werden in der Bibliothek verwaltet, nicht zur Verfügung gestellt. Leser stören. Je weniger Service, desto weniger Leser. Je weniger Leser, desto weniger Bestellungen. Je weniger Bestellungen, desto einfacher ist die Verwaltung der Bücher. So einfach ist das.

Schöne Weihnachten!