Das Herz einer Bibliothek …

… sind die Bibliothekare. Um das ausgehende Jahr mit einer versöhnlichen Note enden zu lassen, steht an dieser Stelle ein riesen Lob an die Bibliothekare und Bibliothekarinnen der Staatsbibliothek zu Berlin. Ich treffe jeden Tag auf wahnsinnig kompetente und freundliche Bibliothekare, die ihren Job einfach nur saugut machen. Besonders gerne erninnere ich mich an den freundlichen Herrn X, der mir den originalen ARK zeigte, oder an die kompetenten Mitarbeiterinnen der Spezialabteilungen, die meiner Forschung entscheidende Impulse gegeben haben. Allen Bibliothekaren sei daher eine fröhliche Strophe in Dur des niemals endenden Stabiblues gewidmet.

10 comments so far

  1. AG on

    dem schließe ich mich an und noch den Architekten von Haus 2 Hans Scharoun ein, ein wahrhaft erhebendes Gefühl, durch dieses Gebäude zu wandeln! Und das freundliche Team der Cafeteria, die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der bibliographischen Auskunft in Haus 1 Unter den Linden, die oft ziemlich netten Pförtner dort, die an vorderster Front den Frust der Nutzer über die Gelegenheits- und Auswärtsnutzer benachteiligende Gebührenordnung/Zugangsbeschränkung abbekommen.
    Stabi, Du begleitest mich seit nunmehr 15 Jahren, Danke, dass es Dich gibt!

  2. Archivar on

    Danke für den Kommentar! Stimmt genau, die Pförtner und das Cafeteria-Team hätte ich nicht vergessen sollen! Die bibliographische Auskunft hatte ich gewissermassen als Bibliothekare behandelt!

    A propos „vorderste Front“ und „Frust der Nutzer“: irgendwann folgt hier auf Stabiblues noch eine Strophe zu den antiquierten Formularen, auf denen man Kritik üben kann. Aber davon ein ander mal…

  3. AG on

    Ich wollte einige aus der Masse hervorheben, auch noch die Mädels vom Westhafenspeicher, die geduldig beim Einlegen der widerspenstigen Mikrofilme helfen, die Frau mit dem Haarknoten, die schon seit meiner Stabi-Initiation (wahrscheinlich noch länger) an der Buchausgabe Haus 1 arbeitet und den kundigen Herrn im blauen Cordhemd im Osteuropa-Lesesaal.

  4. Droff on

    Per Zufall auf dieses Blog gestoßen, kann ich generell nur sagen, daß es bei mir mit seiner selbstgerechten Anspruchsmentalität nicht auf das geringste Verständnis stößt. Nicht, daß man an eine Bibliothek keine Ansprüche stellen dürfte, aber dabei sollte man doch das Machbare und Sinnvolle im Auge behalten.
    Daß da jemand vom Arbeitsrecht und dem Sinn von Personalversammlungen keine Ahnung hat – geschenkt. Daß aber jemandem, der anscheinend doch an einer deutschen Uni studiert hat, das Phänomen des skrupellosen Bücher- wie auch Laptopklaus unbekannt sein sollte, ist kaum zu glauben. Da können Ein- und Ausgangskontrollen leider nicht scharf genug sein (welch furchtbarer, unzumutbarer Aufwand, den Bibliotheksausweis vorzuzeigen). Das gilt auch für Schließfachschlüssel: ohne Pfand werden die eben gerne auch mal nicht zurückgegeben. Es gibt übrigens auch noch eine Garderobe, die bis zur Schließung des Hauses mit freundlichen Damen besetzt ist, also wo ist das Problem? Ich hatte noch nie eins. Und die Schlüsselnummern: wenn man einen numerierten Schlüssel verliert, dann muß man solche Angst um den Inhalt seines Faches haben, daß selbst der Weg zum Hausmeister quälend lang wird. Da ist mir die Anonymität schon lieber. Die Unterstellung, daß die Stabi reich würde an den paar Euro, ist lächerlich (nur für die Relationen: die Bereitstellung/Ausleihe eines Buches kostet ungefähr genau so viel: 1 Euro). Daß die Aufgabe einer Bibliothek primär im Bereitstellen von Büchern und Arbeitsplätzen, nicht aber von Internetzugängen zum Surfen von lernenden Juristen und Medizinern besteht, liegt auch auf der Hand. Zugegeben, WLAN für alle wäre hier die beste Lösung, auch wenn ich da vor möglicher (zusätzlicher) Lärmbelästigung Sorge hätte (viele schalten Ihre Lautsprecher am Notebook eben nicht aus).
    Ach Gott ja, und die Öffnungszeiten zwischen den Jahren! Hier sind 8 Stunden am Tag so schlecht nicht, vor allem angesichts des massiven Benutzerschwundes in dieser Zeit. Daß da die Stabi mit ihrem Personal haushaltet, ist eigentlich zu begrüßen. Überhaupt gilt hier wie auch sonst: So manches „Problem“ hat eben wohl weniger mit dem in diesem Blog ständig unterstellten bösen Willen als mit leider knappen finanziellen Mitteln zu tun – und für die wiederum ist die Stabi selbst nicht verantwortlich.
    Kurzum: ein selbstgerechtes, larmoyantes Blog aus realitätsfremder Akademikerperspektive, das begierig aus Mücken Elefanten macht, hinter denen dann die Qualitäten der Stabi verschwinden sollen.

    PS: Auch ich bin, wie zu ersehen, Nutzer, nicht Mitarbeiter der Stabi.

  5. Archivar on

    Guten Tag Herr Droff,

    danke für Ihren ausführlichen Kommentar. Dazu einige Anmerkungen:

    1. Ich habe nicht an einer deutschen Unversität studiert.

    2. Ich habe mich nicht gegen eine Ausgangskontrolle gewehrt. Im Gegenteil: strengere Ausgangskontrollen wären zu begrüssen, denn das System mit den Passierscheinen funktioniert nur begrenzt. Das Vorzeigen des Bibliotheksausweises trägt allerdings nicht dazu bei, Benutzer vom Bücher- und Laptopklau abzuhalten.

    3. Das Problem mit der Garderobe ist, dass man Rucksäcke mit Büchern, Computern und anderem schweren Inhalt nicht abgeben kann. Schrankschlüsselnummer: ich gebe zu, dass der Verlust eines nummerierten Schüssels zu Diebstahl führen kann. Man sollte aber aufgrund eines Sonderfalls nicht die Benutzerfreundlichkeit für alle anderen Benutzer außer acht lassen. (Es kommt nun einmal nicht oft vor, dass man einen Schlüssel verliert)

    4. „Die Unterstellung, daß die Stabi reich würde an den paar Euro, ist lächerlich“. Selbstverständlich wäre eine solche Unterstellung lächerlich. Es tut mir wirklich sehr leid, dass Sie die Ironie in meinem ursprünglichen Artikel nicht verstanden haben.

    5. Was die Laptoplautsprecher mit dem WLAN zu tun haben sollen verstehe ich einfach nicht. Die Lautsprecher sind entweder eingeschaltet oder ausgeschaltet. Ob die Bibliothek WLAN anbietet oder nicht, spielt da keine Rolle.

    6. In meinem Artikel über die Öffnungszeiten ging es nicht primär um die Öffnungszeiten, sondern um die Tatsache, dass das Bestellsystem außerhalb der eingeschränkten Öffnungszeiten abgeschaltet wird.

    7. Zum Thema finanzielle Knappheit: Zum einen sind die meisten Defizite, die in diesem Blog angesprochen werden durch eine bessere Organisation zu beheben. Zum anderen ist es betrüblich zu sehen, dass Sie ganz offensichtlich der Meinung sind, „was der Staat nicht leisten kann, geht eben nicht“. Wäre es nicht möglich Geld aus anderen Quellen zu mobilisieren, damit die nötigen Reformen angegangen werden können?

    8. Abschließend möchte ich nochmals hervorheben, dass dieses Blog ausreichend Raum für Lob und Anerkennung bietet.

    Besten Dank trotz negativer Kritik für Ihre Gedanken!

  6. Sta on

    Noch eine Anmerkung zu Herrn (oder Frau?) Droff,
    Sie können doch nicht ernsthaft meinen, dass in der Stabi alles makellos läuft und man nichts zu verbessern hätte. Allein mit einer kleinen Veränderung der Grundeinstellung in Richtung Benutzerfreundlichkeit könnte viel erreicht werden.
    Beispiel W-Lan; Es ist wieder mal typisch in Deutschland, dass den Benuztern genereller Misbrauch unterstellt wird.
    Beispiel Toiletten: Finden Sie den Geruch angenehm?

    Es geht nicht darum, dass man versucht etwas schlecht zu reden -die Kritik in diesem Blog könnte eigentlich sehr konstruktiv sein. Es geht eher darum, dass man die „selbsverständlichen“ Dinge wie Freundlichkeit, Toleranz oder auch W-Lan in der wichtigsten Bibliothek Deutschlands, nicht mehr als „Besonderheit“ empfinden sollte.
    Man könnte auch mit den bereits vorhandenen Mitteln viel mehr erreichen, wenn die Anspüche der Bibliotheksleitung und des Benutzers etwas höher gestellt wären. Der Grund, warum die Ansprüche so niedrig gehalten werden ist leider öfters die Faulheit und Angst davor etwas mehr arbeiten zu müssen.
    Man muss einfach zugeben, dass die Stabi mit den anderen weltklasse Bibliotheken in ihrem heutigen Zustand nicht mithalten kann. Also wir Benutzer müssen kritisieren, in der Hoffnung, dass sich dadurch etwas bewegt.

  7. Mysterious One on

    Wer benutzt Weltklasse-Bibliotheken?
    Wer benutzt die Benutzer-Toiletten der SBB??

  8. Martha on

    Tja, die freundlichen Mitarbeiter. Leider gibt es auch noch ausreichend andere, die einem den Tag verderben. Leider sitzen diese manchmal ausgerechnet an der Ortsleihe und springen nach Gutdünken barsch bis pampig mit den Benutzern um, selbst wenn diese sich schon um ein angemessen unterwürfiges Verhalten bemühen. Gerade heute wieder, der junge Mann an der Bücherausgabe – er fördert Bibliotheks-, ja geradezu Weltzerstörungsphantasien heraus. Da ist noch Raum für Verbesserungen, die geradezu üüüberhaupt nix kosten.

  9. stefan b. on

    Ich habe die Erfahrung gemacht, das das total unterschiedlich ist. Ich bin von ein und demselben Mitarbeiter einmal engemacht worden, eine Woche später absolut zuvorkommend und freundlich bedient worden. Entweder ist er eine multiple Persönlichkeit oder – wahrscheinlicher – einer enormen Arbeitsbelastung unterworfen!

    Wie auch immer… O-Ton eines dieser Mitarbeiter zu mir, als ich mich über Ausleihmodalitäten und deren Umständlichkeit ‚verwundert‘ zeigte: „Umständlicher kann man eine Benutzung einer solch großen Bibliothek kaum machen“!

    Na dann.. weiteres Kämpfen angesagt!

  10. AG on

    Zwei gute Sachen gibt es noch zu erwähnen:
    1. Die leicht memorierbare Adresse des OPAC (stabikat.de) und dass die Leser und Leserinnen auf den zahlreichen Verbots- und sonstigen Maßregelungsschildern im Foyer als solche und nicht als Kunden oder Nutzer tituliert werden.


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