Zurzeit keine elektronische Bestellung möglich

Samstagabende sind geradezu ideale Arbeitsabende. Die Stabi macht samstags ja sowieso schon früher zu, sonntags steht man für gewöhnlich nicht zu früh auf und das Telefon steht still, weil Verwandte und Freunde entweder fernsehen oder das Nachtleben unsicher machen. Ideale Arbeitsbedingungen also für eine gemütliche Lesesession in der eigenen Wohnung. Beim Lesen der in der heimischen Sammlung stehenden Bände stösst man früher oder später ganz sicher auf einen interessanten Literaturhinweis. Diesen bei der Staatsbibliothek zu bestellen, eilt man zum Computer, startet den Browser und begibt sich auf die Seite des von allen geliebten Stabikats. In den unendlichen Weiten der Sammlung findet man auch tatsächlich das benötigte Buch und klickt freudig erregt auf den Bestellknopf! Doch, ach, wie ist die Enttäuschung groß, wenn daraufhin folgende Meldung auf dem Bidschirm erscheint:

Liebe Benutzerinnen und Benutzer!

Um Ihnen trotz des gestiegenen Bestellaufkommens auch zu Wochenbeginn eine rasche und verlässliche Bearbeitung Ihrer Bereitstellungswünsche zu ermöglichen,muss die Staatsbibliothek vorerst die Bestellungen von Literatur per Internet an Sonntagen und Feiertagen einschränken.

Die sonstigen Funktionen des Ausleihsystems, z.B. Verlängerung, bleiben zugänglich.

Samstags ab 19 Uhr bis montags 2 Uhr können daher leider keine Bestellungen per Internet aufgegeben werden.

Wir bitten hierfür um Ihr Verständnis.

Der Leiter der Benutzungsabteilung

Dazu einige Anmerkungen:

1) Die „vorerst“ nötige Einschränkung der Wochenendbestellungen gab es schon vor fast zwei Jahren, als ich das erste Mal mit dem an anderer Stelle noch zu besprechenden Bestellsystem arbeitete. Man wundert sich schon, daß es der Leitung der Benutzungsabteilung in dieser langen Zeit immer noch nicht gelang, das Problem der Überlastung zu beseitigen.

2) Die „rasche und verlässliche Bereitstellung“ der „Bereitstellungswünsche“ mag vielleicht in den Fantasien der Leitung der Benutzungsabteilung existieren, der Alltag eines Benutzers sieht anders aus. Die Bereitstellungsfristen werden länger und länger, bestellte Bände sind „im Geschäftsgang“ oder anderweitig nicht auffindbar. Solche Pannen mögen generell zu verzeihen sein, in einer Bibliothek, die sich auf mehrere Häuser aufteilt, und in der man nur in einem Haus Bände ausleihen kann, ist dies jedoch wirklich eine Zumutung. Benutzer sind ständig zwischen zwei Häusern unterwegs, um bestellte Bücher abzuholen und finden diese dann an der Ausleihe nicht vor. Dabei geht wertvolle Arbeitszeit verloren. So sieht also eine „rasche und verlässliche Bereitstellung“ aus?

6 comments so far

  1. sassa on

    ..nun das ‚vorerst‘-problem wird wohl ein definitives o d e r besser kein problem sein und werden.

    die antwort ist einfach: mangelndes personal! das wird auch definitiv n i c h t behoben, denn dafür fehlen die zugewiesenen mittel…. so zumindest die argumentation der abteilungsleitung auf eine ’nachfrage‘ (genannt ‚beschwerde‘) meinerseits vor längerer zeit!

    nur eines versteht dann der gemein-beschränkte leser nicht: wie schafft es dann die stabi einen neuen abteilungsleiter-posten zu schaffen, der knapp an einer b-besoldung vorbeischrammt??? die entsprechende argumentation gegenüber dem stiftungsrat (höchstes gremium der spk) fände ich mal total spannend!

    es mag auf dieser ebene sicher bedarf geben – ob nun begründet oder um den delitantismus der anderen zu verdecken.

    zur lösung von:
    – zu langer rücklaufzeit
    – enormen ‚vermißt‘-beständen
    – zu langen ‚geschäftsgängen‘
    – etc.

    trägt das jedoch nicht bei!

    ich denke, solang WIR dahin gehen, findet sich die stabi noch toll! aber was sollen wir machen?
    boykott? mmh..
    irgendwie hat das alles einen fahlen beigeschmack: wir sind darauf angewiesen, in die stabi zu gehen, aber als ‚beifall‘ für die bibliothek ist das nicht zu interpretieren!

  2. Ulixes on

    Am fehlenden Personal liegt es nicht so sehr, wie ich mal hörte, sondern mehr an der Kapazität der (technisch auch nicht immer ganz zuverlässigen) Kastenförderanlage im „Haus Potsdamer Straße“.

    Trotzdem: Ähnlich wie die immer noch zu findenden Standorthinweise „Standort erfragen / Kriegsverlust möglich“, ist die Nichtbestellmöglichkeit am Wochenende ein wunderbares Beispiel für eine Öffentlichkeitsarbeit, die ganz unverfroren: „Wir sind kein Musterbeispiel für Benutzerfreundlichkeit, und wir wollen es auch nicht sein.“

  3. Elfie Mayerhofer on

    Hallo,
    kommt alle zu mir nach Wien, hier gibt’s alles präsent, nix darf entlehnt werden – da gibt’s die Probleme nicht….
    Kommt! Ärgert Euch nimmer über die dumme dumme Stabi im regnerischen Berlin! Soll so schlechtes Wetter sein sagt mir der Wetterbericht!

  4. Elfie Mayerhofer on

    Und die Samstagabende verbring ich in Walzerseligkeit, denn

    Wien wird schön erst bei Nacht….

  5. Archivar on

    vorerst, vorerst, vorerst, ich kann das Wort nicht mehr lesen!!!!

  6. Uwe on

    Dann kauf Dir halt Bücher selbst und jammer nicht rum.


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