Archive for the ‘Generelles’ Category

Leihen unter Linden?

Das Leihen unter Linden ist leider nicht mehr möglich. Warum eigentlich? Wie von einigen fleißigen Lesern des Stabiblues angemerkt wurde, ist die Entscheidung, zukünftig keine Bücher zur Ausleihe im Haus Unter den Linden mehr zur Verfügung zu stellen, ein Schlag ins Gesicht für viele Benutzer der Bibliothek.

Grundsätzlich geht es darum, die Bibliothek aufzuteilen in ein Gebäude in dem die historischen Bestände (Haus Unter den Linden als Historische Forschungsbibliothek) zur Verfügung gestellt werden sollen, und ein Gebäude in dem die restlichen Bestände benutzt werden können (Haus Potsdamer Straße als Forschungsbibliothek der Moderne). Einen Überblick über die Zukunft des Hauses Unter den Linden findet sich hier.

Dieser Plan ist sicherlich nicht die logischste und beste Lösung für die Probleme der durch die lange Teilung Deutschlands direkt betroffenen Bibliothek, aber wie ein Leser des Stabiblues erklärte, „egal.. ist so.. müssen wir durch!„. Und das sollte eigentlich auch gehen, wenn denn der direkte Zugang zu den Bänden, die für die Arbeit mit den historischen Quellen nötig sind, gewährleistet ist. Das scheint bei einer maximalen Kapazität des Freihandbereichs im Gebäude Unter den Linden von 460 000 Bänden aufs Erste gesichert.

Es beschleichen den geduldigen Benutzer der Staatsbibliothek zu Berlin dann allerdings doch einige Zweifel, ob die Aufteilung in historische und moderne Bestände wirklich gut durchdacht ist. Was geschieht zum Beispiel mit den Beständen der Musik-, Kinder- und Jugendbuchabteilungen? Diese sollen sich den Plänen gemäß auch nach der Renovierung im Haus Unter den Linden befinden. Können die modernen Bestände dieser Abteilungen dann nur im Haus Potsdamer Straße ausgeliehen werden oder wird dies über die Lesesäale der Abteilungen geschehen? Werden im Haus Potsdamer Straße für diese Abteilungen Handbibliotheken im Lesesaal eingerichtet, die für die Benutzung der modernen Bestände dieser Abteilungen unabdingbar sein werden, oder darf man sich als Benutzer dieser Abteilungen darauf einstellen, künftig zu den Stammgästen der Buslinie 200 zu gehören, die die beiden Häuser verbindet?

Sollte es am Ende statt „Leihen unter Linden“ doch nur wieder „Laien unter Linden“ heißen?

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Resonanz

An alle Stabiblues Hörer einen herzlichen Dank fürs Vorbeischauen! 1200 Besuche an nur einem Tag. Mit einer so starken Resonanz hätte ich beim besten Willen nicht gerechnet. Aber die Kommentare zeigen, daß sich in der Stabiwelt etwas bewegen könnte. Auf Zuspruch ist das Blog auch bei einigen Bibliothekaren der Stabi gestossen, was mich besonders freut, denn nichts läge mir ferner, als die geschätzten Informationsvermittler für die Situation verantwortlich machen zu wollen.

Einige interessante Themen, die in den Kommentaren diskutiert wurden und auch in naher Zukunft hier in den Artikeln wiederkehren werden sind: Personalmangel, längere Öffnungszeiten, schnellere Bereitstellung von Bänden, und Leitungsstrukturen.

Bleiben Sie also dabei und diskutieren sie eifrig mit. Um mit den Worten von library_man zu sprechen: machen wir Druck!

Ihr Archivar, signing off for 2006.

Das Herz einer Bibliothek …

… sind die Bibliothekare. Um das ausgehende Jahr mit einer versöhnlichen Note enden zu lassen, steht an dieser Stelle ein riesen Lob an die Bibliothekare und Bibliothekarinnen der Staatsbibliothek zu Berlin. Ich treffe jeden Tag auf wahnsinnig kompetente und freundliche Bibliothekare, die ihren Job einfach nur saugut machen. Besonders gerne erninnere ich mich an den freundlichen Herrn X, der mir den originalen ARK zeigte, oder an die kompetenten Mitarbeiterinnen der Spezialabteilungen, die meiner Forschung entscheidende Impulse gegeben haben. Allen Bibliothekaren sei daher eine fröhliche Strophe in Dur des niemals endenden Stabiblues gewidmet.

Vorbilder

Vielleicht sollte sich die Leitung der Staatsbibliothek zu Berlin einmal ein paar Tage frei nehmen und nach Wien fahren. Dort könnte man die Österreichische Nationalbibliothek besuchen und mit der Leiterin Johanna Rachinger sprechen. Die hat in folgendem Beitrag auf oe1 unter anderem über kostenfreies WLAN und LAN in den Lesesäalen, digitalisierte Kataloge und weitere interessante Themen gesprochen.

Besten Dank an Infobib für den Hinweis!

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Wer ist eigentlich auf die schwachsinnige Idee gekommen, Schließfächer mit 1-Euro Münzen zu betreiben? Ich meine, ganz ehrlich, was soll das?

Wir alle kennen diese Schließfächer, die nach Schwimmbadgarderobe aussehen und deren Schlösser mit Münzen betrieben sind. Man wirft eine 1-Euro Münze rein und kann dann den Schrank abschliessen. Tolle Sache, wenn man nicht näher drüber nachdenkt, wenn man nicht jeden Tag einen solchen Schrank benutzen muß. Denn die Krux an der Sache ist, daß man nicht immer eine 1-Euro Münze dabei hat! Tja, und das hat dann zur Folge, daß man wie ein Depp wildfremde Menschen anspricht: Haste ma n Euro? Kannste bitte ma wechseln?

Und da fragen wir uns also alle: Wer ist eigentlich auf die schwachsinnige Idee gekommen, Schließfächer mit 1-Euro Münzen zu betreiben?

Zum Glück gibt es in der Stabi ja einen Wechselautomaten für genau diesen Fall. Der Automat ist wirklich klasse, denn a) ist er meistens kaputt und b) wenn er nicht kaputt ist wechselt er keine Scheine. Dafür ist er nicht ausgestattet! Die Umrüstung auf Euros wäre zu teuer gewesen, so die Stabiadministration auf einem ihrer zahlreichen Zettel, die alle ordnungsgerecht datiert und unterschrieben sind!

Herrje, seufzen wir: Wer ist eigentlich auf die schwachsinnige Idee gekommen, Schließfächer mit 1-Euro Münzen zu betreiben?

Naja, da bleiben ja zum Glück noch die Garderoben, an denen man die Taschen und Mäntel abgeben kann. Irgendwann möchte man ja auch noch mit der Arbeit anfangen… Aber halt! Auch hier geht nichts, denn Taschen mit Laptops oder schweren Büchern darf man da nicht (oder nur sehr sehr ungern und ausnahmsweise!) abgeben.

Man fragt sich also nicht nur jeden Tag, wer eigentlich auf die schwachsinnige Idee gekommen ist, Schließfächer mit 1-Euro Münzen zu betreiben, nein, man fragt sich nach einigen Tagen sicherlich auch, was diese Schikane mit den 1-Euro Münzen eigentlich soll!

Soll uns das Pfand dazu bewegen, den Inhalt der Fächer auch wirklich jeden Abend wieder mit nach Hause zu nehmen? Oder soll es die Benutzer der Staatsbibliothek zu Berlin davon abhalten die Schlüssel spaßeshalber einfach mitzunehmen? Das wird es wohl sein! C4 Professoren, Doktoranden, Magistranden, Medizinstudentinnen, ausländische Forscher, einfache Studis, Omas und Opas, die Ahnenforschung betreiben, haben alle nur eins im Sinn:

Der Staatsbibliothek zu Berlin die Schlüssel der Schließfächer zu klauen!